Polarisationsfilter – Sinnvoll oder überflüssig?

Die Idee zu diesem Artikel kam mir vor einiger Zeit, als ich mich über genau dieses Thema mit einem Profifotografen mit wohl über dreißigjähriger Berufserfahrung unterhalten habe.

Ich nutze relativ oft Polarisationsfilter, gerade wenn ich für Werbungen oder Produkte im Studio fotografiere. Ich bilde mir ein, dass die Fotos dadurch deutlich kontrastreicher werden und Spiegelungen besser in den Griff zu bekommen sind. „Alles Blödsinn“, sagte mir der Profifotograf. „Es gibt nichts, was ich nicht mit Photoshop in den Griff bekäme. Außerdem zermatschen Polfilter das Bild, egal wie teuer die sind. Ich nehme so etwas nicht“.

Etwas verwirrt und im Glauben, ich denke in diesem Thema vielleicht zu esoterisch, bin ich dann nach Hause gefahren.

Mit etwas Abstand wollte ich es noch einmal wissen: sind Polarisationsf wirklich nur unnützes Zeug und verschwendetes Geld, oder helfen sie doch irgendwie? Gedacht, getan – in meinem letzten Sommerurlaub habe ich aus purer Langeweile einen kleinen A/B Vergleich gemacht. Unser Ferienhaus hatte ein paar wunderbare Dekostücke herumstehen, unter anderem einen kleinen Reisewecker, der es mir angetan hatte. Also habe ich kurzerhand meine X-Pro 2 aus dem Koffer geholt, ein Stativ, einen Polfilter, und los ging es.

Ich habe das Foto mit einer manuellen 50mm Festbrennweite geschossen, Blende f4 und einer Verschlusszeit von 1/60. Und hier ist das Ergebnis, einmal ohne, einmal mit Polfilter. Beide Fotos sind mit identischen Einstellungen in Capture One entwickelt:

 

(solltest Du das Bild hier nicht sehen, aktualisiere bitte noch einmal diese Seite in Deinem Browser – ich suche nach einer anderen Lösung, das PlugIn hängt leider manchmal)

 

Okay, steinigt mich – aber ich sehe da doch einen deutlichen Unterschied, und mir gefällt das Foto mit dem Polfilter auf Anhieb um Längen besser. Die Farben sehen deutlich wärmer aus (der braune Farbton hat sich dramatisch verändert und wirkt für mich wesentlich frischer). Auch die Spiegelungen der Fenster im Hintergrund im Holz sind viel geringer. Und alles – ich wiederhole mich – bei identischen Einstellungen der Kamera und durch kopieren der Capture One Entwicklungseinstellungen von A nach B.

Das Ergebnis mag wahrscheinlich Geschmacksache sein, aber mir gefällt die B Variante mit Polilter doch persönlich erheblich besser, und das ohne jegliche Photoshop Retusche.

Entscheide selbst. Welche Version gefällt Dir besser? Welche Erfahrungen hast Du mit Polarisationsfiltern? Du kannst mir gerne einen Kommentar hinterlassen oder eine E-Mail dazu schreiben. Ich freue mich auf Dein Feedback.

Bevor ich es vergesse: ich nutze tatsächlich die günstigen Filter der Amazon Basics Eigenmarke, nachdem ich mit einem knapp 100.-Euro teuren Hoya Filter ziemlich auf die Nase gefallen bin.

Vielen Dank fürs Lesen. Bis die Tage!

ANDY